Ihr braucht keine Liste mit Posen, die ihr in eurem Familien-Fotoshooting abarbeitet. Die schönsten Ideen für Familienfotos stecken in dem, was euch einfällt und sich aus der Situation ergibt
Ihr habt ein Familienshooting im Kopf und fragt euch, was ihr euch dafür eigentlich überlegen sollt. Vielleicht habt ihr schon Ideen gesammelt, vielleicht aber auch nur das Gefühl, dass es diesmal keine steifen Bilder werden sollen. Beides ist ein guter Ausgangspunkt.
Ich zeige euch hier, welche Ideen im Shooting wirklich tragen: nach Bildstimmung, nach Aktivität, nach Konstellation. Ihr müsst euch davon nichts merken. Es reicht, wenn ihr am Ende ungefähr wisst, was zu euch passt.
Hier findest du die wesentlichen Inhalte des Beitrags kurz zusammengefasst:
- Eine gute Idee ist kein nachgestelltes Bild, sondern ein Anlass, bei dem etwas Echtes passiert. Statt eine Liste mit Posen abzuarbeiten, wählt ihr eine Situation, in der eure Familie ohnehin ganz bei sich ist.
- Die Bildstimmung ist die erste Entscheidung, weil sie alles Weitere vorgibt. Vier Stimmungen decken fast alle Wünsche ab: verspielt und lebendig, ruhig und emotional, dokumentarisch aus eurem Alltag oder zeitlos klassisch für die Wand. In den meisten Shootings mischen wir zwei davon.
- Aktivitäten wirken zuverlässiger als Posen, weil sie eine echte Reaktion auslösen. Am besten funktionieren Nähe wie kuscheln, tragen und umarmen, Bewegung wie toben, hochwerfen und rennen sowie gemeinsames Tun wie vorlesen, backen oder ein Picknick.
- Plant mehrere Konstellationen ein, nicht nur das Gruppenbild. Die Kinder unter sich, jedes Elternteil allein mit den Kindern, ihr beide als Paar und die Großeltern dazu: In ein Shooting passen vier bis sechs Konstellationen.
- Ein oder zwei persönliche Requisiten reichen für das ganze Shooting. Das Lieblingskuscheltier, eine Decke oder ein Instrument erzählen etwas über euch. Aufwendige Dekoration lenkt dagegen von euch ab.
- Drei Ideen sind genug, den Rest übernehme ich. Ihr müsst vor der Kamera nichts können und nichts vorbereiten, denn die Anleitung im Shooting kommt von mir.
- Kurz zusammengefasst: Die besten Ideen entstehen in der Familie
- Welche Bildstimmung sollen eure Familienfotos haben?
- Was machen wir vor der Kamera?
- Welche Ideen für Konstellationen auf den Bildern gibt es?
- Posen und Perspektiven für natürliche Familienbilder
- Requisiten und persönliche Details auf euren Familienfotos
- Weitere Tipps und Ideen für euer Familienshooting
- Häufig gestellte Fragen zu Ideen für Familienfotos
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- Finde hier weitere Beiträge zur Familienfotografie
Die Bildstimmung ist die erste und wichtigste Entscheidung, weil sie alles Weitere vorgibt. Vier Stimmungen decken fast alle Wünsche ab: verspielt, ruhig und emotional, dokumentarisch oder zeitlos klassisch. In den meisten Familienshootings mischen wir zwei davon.
Verspielt und lebendig: Bilder voller Bewegung
Hier ist Lautstärke erlaubt. Kinder werden hochgeworfen, jemand wird gekitzelt, alle rennen einen Hang hinunter und kommen lachend unten an. Diese Stimmung passt zu Familien mit kleinen Kindern, weil sie genau das nutzt, was ohnehin passiert, statt dagegen anzukämpfen.
Der Nebeneffekt ist der eigentliche Gewinn: Nach zehn Minuten Toben hat niemand mehr das Kamera-Gesicht auf. Ich fotografiere dann meist mit etwas Abstand und einer längeren Brennweite, damit ihr in eurem Spiel bleibt und mich vergesst.
Ruhig und emotional: Nähe, Blicke und stille Momente
Das Gegenstück. Wenig Bewegung, viel Nähe: Stirn an Stirn, ein Kind auf dem Arm, geschlossene Augen, ein Kuss auf den Kopf. Diese Bilder wirken oft Jahre später am stärksten, weil sie eine Beziehung zeigen.
Ruhige Stimmungen brauchen ein bisschen Vorlauf. Wir starten deshalb selten damit, sondern legen sie in die Mitte des Shootings, wenn ihr angekommen seid und die Kinder mich kennen.
Dokumentarisch: Euer Alltag, so wie er wirklich ist
Mein liebster Zugang. Wir erfinden keine Situation, sondern nehmen eine echte: das Frühstück am Sonntag, das Vorlesen auf dem Sofa, das Anziehen im Flur mit drei Paar Schuhen und einer verlorenen Mütze. Ihr macht das, was ihr immer macht, und ich bin dabei.
Dokumentarische Familienfotos sind die einzigen, die auch das Chaos zeigen. Genau deshalb erkennt ihr euch darin wieder. Und genau deshalb erzählen sie in zehn Jahren mehr als jedes aufgeräumte Bild.
Zeitlos und klassisch: Die Bilder für die Wand und die Großeltern
Es gibt dieses eine Bild, das gebraucht wird: alle zusammen, alle schauen in die Kamera, alle sind zu sehen. Die Großeltern wünschen es sich, und ihr wollt es an die Wand hängen. Dieses Bild ist ein Familienportrait mit einer eigenen Aufgabe.
Ich plane es bewusst ein, meist gleich am Anfang, solange alle Frisuren noch sitzen und die Geduld frisch ist. Danach räumen wir es ab und ihr habt den Kopf frei für den Rest.
Ihr bekommt von mir kleine Aufgaben, die eine Reaktion auslösen, und ich fotografiere das, was danach passiert. Drei Arten von Aktivität funktionieren dabei am zuverlässigsten: Nähe, Bewegung und gemeinsames Tun. Wenn ihr euch für euer Familienfotoshooting aus jeder Gruppe eine Idee mitnehmt, habt ihr bereits genug.
Nähe zeigen: Kuscheln, tragen, umarmen und auf dem Schoß sitzen
Nähe ist die einfachste Aufgabe, weil sie keine Leistung verlangt. Ich bitte euch, näher zusammenzurücken, als es sich für ein Foto richtig anfühlt. Genau dort beginnt das Bild zu wirken.
Was gut funktioniert: das jüngste Kind auf dem Arm, ein Kind auf Papas Schultern, eine Umarmung von hinten, alle auf einer Decke übereinander.
In Bewegung kommen: Toben, hochwerfen, kitzeln, rennen und tanzen
Bewegung ist mein wichtigstes Werkzeug gegen steife Gesichter. Wer läuft, hüpft oder gekitzelt wird, kann nicht gleichzeitig posieren. Deshalb starte ich mit Familien, die nervös sind, fast immer hier.
Bewährte Ideen: gemeinsam auf mich zulaufen, das Kind zwischen euch schaukeln, eine Kissenschlacht, in die Pfütze springen, tanzen im Wohnzimmer. Das Kitzeln setze ich sparsam ein, weil es schnell in echte Aufregung kippt, aber die zwei Sekunden davor sind oft die besten des ganzen Shootings.
Gemeinsam etwas tun: Vorlesen, backen, spielen, Seifenblasen und Picknick
Eine gemeinsame Tätigkeit gibt allen etwas zu tun, und damit fällt die Frage weg, wohin mit den Händen. Vorlesen ist der Klassiker: Alle sind nah beieinander, schauen in dieselbe Richtung, die Stimmung wird ruhig.
Weitere Ideen, die im Shooting tragen: zusammen Teig kneten, ein Brettspiel, Seifenblasen für die Kleinen, ein Picknick mit echtem Essen, gemeinsam ein Instrument spielen. Wichtig ist nur, dass es etwas ist, das ihr wirklich macht. Eine erfundene Aktivität sieht man im Bild schnell.
Und dann gibt es den Teil, für den es keine Anleitung gibt: die Momente dazwischen. Wenn ein Kind plötzlich seine Schwester umarmt oder jemand über etwas lacht, das nur eure Familie versteht. Diese Bilder kann man nicht planen, aber man kann ihnen den Raum lassen.
Einige Familien denken beim Familien-Fotoshooting nur an das Gruppenbild und wundern sich hinterher, dass die persönlichsten Aufnahmen andere sind. Plant deshalb bewusst mehrere Konstellationen ein: die Kinder unter sich, jedes Elternteil allein mit den Kindern, ihr beide als Paar, die Großeltern dazu. In einem Shooting sind vier bis sechs Konstellationen gut machbar.
Ihr als Eltern mit eurem ersten Kind
Wenn ihr zu dritt seid, ist das Bild noch übersichtlich, und genau das könnt ihr nutzen. Das Kind in der Mitte, zwischen euch getragen, auf euren Beinen liegend, von euch beiden angeschaut.
Vergesst dabei euch selbst nicht. Ein paar Bilder nur von euch als Paar gehören dazu, denn ihr wart zuerst da. Das ist der Teil, den viele Eltern im Nachhinein am meisten schätzen.
Geschwister unter sich
Geschwisterbilder sind die ehrlichsten Familienfotos, die es gibt. Sie zeigen Nähe und Rivalität in derselben Serie, und beides gehört dazu. Ich lasse Geschwister meist einfach miteinander spielen, statt sie nebeneinanderzustellen.
Ideen, die gut funktionieren: der Ältere trägt den Jüngeren, Stirn an Stirn, gemeinsam unter einer Decke, ein geflüstertes Geheimnis, ein Wettrennen. Bei größeren Altersunterschieden gebe ich dem älteren Kind eine kleine Verantwortung, dann wächst es sichtbar in die Rolle hinein.
Mama-Zeit und Papa-Zeit: Einzelbilder mit den Kindern
Nehmt euch für jedes Elternteil ein eigenes Zeitfenster mit den Kindern. Diese Bilder sind völlig anders als die Gruppenaufnahmen, weil die Dynamik zwischen einem Kind und einem Elternteil eine andere ist als in der ganzen Familie.
Für dich als Mutter ist das oft der Moment, in dem du zum ersten Mal wirklich auf den Bildern vorkommst. Viele Mütter fotografieren jahrelang und sind auf keinem Bild zu sehen. Das lässt sich in einer Viertelstunde ändern.
Mehrere Generationen: Familienfotos mit den Großeltern
Mehrgenerationenbilder sind der Grund, warum viele Familien überhaupt ein Shooting buchen, und sie sind oft der Anlass, der keinen Aufschub duldet. Wenn die Großeltern dabei sein können, plant sie gerne fest ein.
Bewährt hat sich: das klassische Bild mit allen zuerst, dann die Großeltern allein mit den Enkeln, dann Generationenbilder wie Großmutter, Mutter, Tochter. Für ältere Angehörige plane ich mehr Pausen und kürzere Wege ein.
Posen sind bei mir keine Vorgaben, sondern Ausgangspunkte. Ich stelle euch in eine Anordnung, gebe euch eine Kleinigkeit zu tun und fotografiere, was sich daraus entwickelt. Ihr müsst euch keine Pose merken und nichts nachstellen. Diese Grundformen sind für fast jedes Familienshooting geeignet:
- Der Kreis: Ihr steht eng zusammen, die Köpfe geneigt, alle Arme umeinander. Von oben fotografiert wird daraus ein Bild, auf dem wirklich jeder zu sehen ist.
- Die Reihe in Bewegung: Ihr geht Hand in Hand auf mich zu, redet miteinander und schaut nicht in die Kamera. Der Klassiker, der nie steif wirkt.
- Sitzend und gestapelt: Auf einer Decke, einem Sofa, einer Treppe. Wer sitzt, entspannt sich, und Höhenunterschiede machen die Gruppe interessanter.
- Rücken an Rücken oder von hinten fotografiert: Für Familien, die sich unwohl fühlen, wenn alle Gesichter zu sehen sind.
- Der bewusste Kamerablick: Einmal schauen alle zu mir. Das ist das Bild für die Wand, und es darf ruhig gestellt sein.
Bei den Perspektiven lohnt sich der Wechsel. Von oben werdet ihr zur Gruppe, von unten wirken Kinder groß und selbstbewusst. Aus der Nähe fotografiere ich Details: eine kleine Hand in einer großen, verschmierte Wangen, die Falten in einer Hand der Großmutter.
Requisiten sind gut, wenn sie zu euch gehören, und störend, wenn sie nur schön aussehen sollen. Ein Gegenstand mit Geschichte gibt Kindern etwas in die Hand, entspannt die Situation und erzählt nebenbei etwas über euch. Ein bis zwei Gegenstände reichen für das ganze Shooting. Was sich bewährt hat:
- Das Lieblingsstück des Kindes: der abgeliebte Teddy, die Kuscheldecke, das Buch, das jeden Abend vorgelesen wird.
- Etwas aus eurem Alltag: das Fahrrad, ein Instrument, der Bollerwagen, die Gitarre, die tatsächlich gespielt wird.
- Euer Haustier: Hunde bringen Bewegung und echte Freude ins Bild. Plant für sie jemanden ein, der sie zwischendurch übernimmt.
- Eine Decke: das unauffälligste und nützlichste Requisit überhaupt. Sie schafft eine Insel, auf der alle nah zusammenrücken.
Vier Themen gehören zu einem Familienshooting dazu, sprengen hier aber den Rahmen. Deshalb habe ich sie in eigenen Beiträgen ausführlich behandelt.
Location und Jahreszeit. Wald, Wiese, Strand oder der eigene Garten: Der Ort prägt die Bilder stärker als jede Idee. Auch die Jahreszeit verändert Licht, Farben und Kleidung. Alles dazu findet ihr im Beitrag Familienfotos in der Natur.
Kleidung und Farben. Abgestimmte Outfits sind der größte Hebel für ein harmonisches Bild, und der häufigste Fehler zugleich. Welche Farben zusammenpassen und was ihr besser im Schrank lasst, steht in den Outfit-Tipps für Familienfotos.
Ideen mit Baby und Kleinkind. Mit einem Baby gelten andere Regeln: kürzere Zeitfenster, mehr Pausen, andere Bildideen. Dafür gibt es einen eigenen Beitrag zu Familienfotos mit Baby.
Vorbereitung und Ablauf. Was ihr mitnehmt, wie ihr die Kinder einstimmt und was am Tag selbst passiert, steht in der Vorbereitung auf euer Familienfotoshooting und im Ablauf eines Familienfotoshootings.
Und wenn ihr am Ende doch keine Idee mitbringt: auch gut. Erzählt mir vorher einfach, wie ihr als Familie seid, was eure Kinder gerade lieben und was ihr auf keinen Fall wollt. Daraus gestalte ich gern ein passendes Shooting für euch.



